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The Nobel Prize in Chemistry 1925
Richard Zsigmondy

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Banquet Speech

Richard Zsigmondy's speech at the Nobel Banquet in Stockholm, December 10, 1926 (in German)

Wenn vor Jahren Alfred Nobel die Entscheidung über die Preisverteilung den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften in Stockholm übertrug, wusste er genau, dass er die Verwirklichung seiner Ideen keinem würdigeren Gremium anvertrauen konnte, als dieser Pflegestätte einer Geisteskultur von grosser Vergangenheit und zweifellos ebensolcher Zukunft. Denn hervorragende Männer der Wissenschaft gehörten zu jeder Zeit ihr an, und er konnte erwarten, dass die Traditionen gewahrt bleiben würden.

Mir als Chemiker liegt es nahe, an die grossen Vertreter der Chemie zu denken. Als Scheele, der grösste Chemiker seiner Zeit, dem wir die erste Analyse und Synthese der Luft und die Entdeckung des Sauerstoffs verdanken, im Jahre 1777 seine Apotheke in Köping verliess, um nach Stockholm zu kommen, war es nicht nur, um seine Prüfung als approbierter Apotheker abzulegen, sondern auch um der Akademie der Wissenschaften einen Vortrag zu halten, der mit grossem Beifall aufgenommen wurde. Am 12. November desselben Jahres wäre er beinahe Präsident der Akademie geworden.1

Und der unsterbliche Berzelius hatte durch viele Jahre der Akademie als Sekretär angehört. Hier, im Stockholm, war es, wo er wirkte und mit grosser Präzision Atomgewichte bestimmte, die heute noch mit geringen Abänderungen Geltung haben.

Blicken wir in die neueste Zeit: Wer war es, der das unmöglich Erscheinende lehrte und trotz aller anfänglichen Ablehnung Recht behalten hat? Svante Arrhenius, der Begründer der Dissoziationstheorie!

Früher glaubte man, dass z.B. die Lösung von Kochsalz die Moleküle der Verbindung NaCl enthalten. Chlor und Natrium verbinden sich unter Feuererscheinung zu neutralem Chlornatrium. Sollte Wasser die Trennung dieser Elemente bewirken und ausserdem eine Trennung in entgegengesetzt geladene Atome?

Kaum ein Chemiker der damaligen Zeit wollte das glauben; aber mit ungewöhnlicher Kühnheit sprach Arrhenius aus, dass in der wässrigen Lösung bei starker Verdünnung Ionen vorhanden sind und nur zum kleinen Teil unzersetzte Moleküle. Wir können stolz darauf sein, ihn hier unter uns zu sehen.

Ich erhebe daher mein Glas auf die königliche Akademie der Wissenschaften, die so eminente Vertreter hatte, hat und haben wird; sie möge ihrer grossen Vergangenheit und Gegenwart gemäss blühen, wachsen und gedeihen. Ein Hoch auf die königlich schwedische Akademie der Wissenschaften zu Stockholm.


1. Karl Wilh. Scheele's nachgelassene Briefe und Aufzeichnungen, von A.E. Nordenskiöld, s. XXVIII.

From Les Prix Nobel en 1924-1925, Editor Carl Gustaf Santesson, [Nobel Foundation], Stockholm, 1926

 

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MLA style: "Richard Zsigmondy - Banquet Speech". Nobelprize.org. Nobel Media AB 2014. Web. 1 Sep 2014. <http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/1925/zsigmondy-speech.html>

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