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1901 2012
Prize category:
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The Nobel Prize in Physics 2002
Raymond Davis Jr., Masatoshi Koshiba, Riccardo Giacconi
The Nobel Prize in Physics 2002
Nobel Prize Award Ceremony
Raymond Davis Jr.
Masatoshi Koshiba
Riccardo Giacconi
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Pressemitteilung: Der Nobelpreis in Physik 2002
8. Oktober 2002
Die Königlich Schwedische Akademie der
Wissenschaften hat beschlossen, den Nobelpreis des Jahres
2002 in Physik zu verleihen zur einen Hälfte gemeinsam
an
Raymond Davis Jr
Department of Physics and Astronomy, University of Pennsylvania,
Philadelphia, USA, und
Masatoshi Koshiba
Institute for Cosmic Ray Research, University of Tokyo, Chiba,
Japan
„für bahnbrechende Arbeiten in der Astrophysik,
insbesondere für den Nachweis kosmischer
Neutrinos“
und zur anderen Hälfte des Preises an
Riccardo Giacconi
Associated Universities, Inc., Washington, DC, USA
„für bahnbrechende Arbeiten in der Astrophysik, die
zur Entdeckung von kosmischen Röntgenquellen geführt
haben“.
Zwei neue Fenster zum Universum
Die Erde befindet sich in einem
ständigen Fluss kosmischer Teilchen und anderer Strahlung.
Die diesjährigen Nobelpreisträger in Physik haben diese
allerkleinsten Bestandteile des Universums verwendet, um das
Verständnis für das Allergrösste: die Sonne,
Sterne, Galaxien und Supernovae zu erweitern. Das neue Wissen hat
unser Bild vom Universum verändert.
Das mystische Neutrinoteilchen wurde schon 1930 vorhergesagt von
Wolfgang Pauli (Nobelpreis 1945), aber es dauerte 25 Jahre, bis
das Teilchen nachgewiesen werden konnte (von Frederick Reines,
Nobelpreis 1995). Neutrinos, die unter anderem in
Fusionsprozessen in der Sonne und anderen Sternen, in denen
Wasserstoff zu Helium umgewandelt wird, gebildet werden,
wechselwirken nämlich fast gar nicht mit Materie. So fliegen
zum Beispiel tausende Milliarden Neutrinos pro Sekunde durch
jeden von uns ohne dass es wahrgenommen wird. Raymond Davis
Jr konstruierte einen völlig neuen Detektor, einen
riesigen Tank mit 600 Tonnen Flüssigkeit, der in einer tief
unter der Erdoberfläche liegenden Grube aufgebaut wurde. In
dreissig Jahren gelang es ihm, insgesamt 2000 Neutrinos von der
Sonne einzufangen, und er konnte damit zeigen, dass die
Sonnenenergie durch Fusion entsteht. In einem anderen
gigantischen Detektor, Kamiokande genannt, konnte eine von
Masatoshi Koshiba geleitete Gruppe am 23. Februar 1987
einen von einer entfernten Supernovaexplosion stammenden
Neutrinoschauer nachweisen. Sie fingen einige zehn der insgesamt
1016 den Detektor passierenden
Neutrinos (10.000.000.000.000.000) ein. Davis und Koshibas
Arbeiten haben zu unerwarteten Entdeckungen und zu einem neuen,
intensiven Forschungsgebiet geführt, der
Neutrinoastronomie.
Die Sonne und die Sterne senden elektromagnetische Strahlung
verschiedener Wellenlänge aus, sowohl sichtbares Licht, als
auch unsichtbar, z. B. in Form von Röntgenstrahlen. Um
kosmische Röntgenstrahlung, die in der Erdatmosphäre
absorbiert wird, zu entdecken, muss das Instrument im Weltraum
aufgestellt werden. Riccardo Giacconi hat ein derartiges
Instrument gebaut. Er entdeckte die erste Röntgenquelle
ausserhalb unseres Sonnensystems und er konnte als erster
feststellen, dass das Universum eine Hintergrundstrahlung aus
Röntgenlicht hat. Er entdeckte auch Röntgenquellen, die
nach heutiger Ansicht der meisten Astronomen Schwarze Löcher
enthalten. Giacconi konstruierte auch die ersten
Röntgenteleskope, welche uns völlig neue – und
scharfe – Bilder vom Universum geliefert haben. Er trug
wesentlich zur Entwicklung der Röntgenastronomie
bei.
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| Links and further reading |
Raymond Davis Jr, geb. 1914 (87
Jahre) in Washington, DC, USA (Bürger der USA). Promotion in
Chemie 1942 an der Yale University, Connecticut, USA. Früher
Professor am Department of Physics and Astronomy, University of
Pennsylvania, Philadelphia, USA.
Masatoshi Koshiba, geb. 1926 (76 Jahre) in Toyohashi,
Aichi, Japan (Bürger Japans). Promotion 1955 an der
University of Rochester, New York, USA. Früher tätig am
International Centre for Elementary Particle Physics, University
of Tokyo, Japan.
Ricardo Giacconi, geb. 1931 (71 Jahre) in Genua, Italien
(Bürger der USA). Promotion 1954 an der Universität
Mailand. Präsident der Associated Universities, Inc.,
Washington, DC, USA.
Preissumme: 10 Millionen Schwedische
Kronen, Davis und Koshiba teilen sich die eine Hälfte und
Giacconi erhält die andere Hälfte
Ansprechspartner: Wissenschaftsredakteur Jonas
Förare,
Tel. + 46 8 673 95 44, +46 70 327 72 00, jonas@kva.se, und
Leiterin der Informationsabteilung Eva Krutmeijer,
Tel. +46 8 673 95 95, +46 709 84 66 38, evak@kva.se
MLA style: "Pressemitteilung: Der Nobelpreis in Physik 2002". Nobelprize.org. 20 May 2013 http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/physics/laureates/2002/press-ge.html

